Orgeln

Bader-Orgel in der Stiftskirche

In der Stiftskirche Fröndenberg steht die einzige noch erhaltene Bader-Orgel in Westfalen.

Im Jahre 1673 wurde mit dem Bau der Orgel der Stiftskirche nach Plänen des Unnaer Orgelbauers Tobias Bader begonnen. Dieser erlebte jedoch die Fertigstellung nicht mehr. Peter Heinrich Varenholt beendete 1692 die Arbeiten. Die Orgel stand in jener Zeit an der Nordseite des ersten Längsschiffes, vermutlich auf einer Holzkonstruktion. 1826 erhielt die Orgel nach dem Abriss des Nonnenchores auf seinen Teilresten ihren neuen Standort und den jetzigen barocken Orgelprospekt. Von den etwa 55 bekannten Arbeiten der Bader ist in Westfalen nur das Fröndenberger Orgelwerke erhalten.
In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde das Instrument durch den Herforder Orgelbauer Friedrich Bernhard Meyer umgebaut und dem damaligen Zeitgeschmack entsprechende erweitert.
In den Jahren 1951 / 52 wurde das Werk abermals gründlich umgebaut. Orgelbauer Paul Ott aus Göttingen widmete sich dabei besonders der Restautrierung des Pfeifenmaterials aus dem 17. Jahrhundert, das arg mitgenommen und teilweise völlig zerstört war.
1974 / 75 erweiterte Paul Ott das Pedalwerk.
1973 und 2006 wurde die Orgel durch die Orgelbaufirma Gebrüder Stockmann aus Werl gereinigt.
Die Orgel zählt heute nach den zahrleichen Um- und Erweiterungsbauten 1674 Pfeifen, von denen 540 zum alten Bestand gehören.

aus: Beitrag zur Ortsgeschichte Nr. 17, 2005: Die Stiftskirche Fröndenberg

Disposition

Pedal

1 Subbaß 16’
2 Oktave 8’
3 Pommer 8’
4 Oktave 4’
5 Mixtur 3fach
6 Posaune 16’
7 Trompete 4’

 

 

 

Hauptwerk

1 Quintade 16
2 Rohrflöte 8’
3 Gemshorn 4’
4 Nasard 2 2/3’
5 Trompete 8’
6 Prinzipal 8’
7 Oktave 4’
8 Oktave 2’
9 Mixtur 4-6fach

 

Brustwerk

1 Metallgedackt 8’
2 Prinzipal 4’
3 Oktave 1’
4 Scharff 3-4fach
5 Krummhorn 8’
6 Gedacktflöte 4’
7 Waldflöte 2’
8 Sesquialtera 2fach
9 Quinte 1 1/3’
10 Tremulant

Kleine Bausenhagener Orgelgeschichte

Was für eine Orgel bis zur ersten Renovierung 1967 in der Dorfkirche stand ist nicht bekannt. Nach Auskunft von Küster Kurt Gramsch war sie so groß, dass die Empore bis zur Mitte des Langhauses reichte und die Balganlage den gesamten Turmraum ausfüllte. Wieviele Register sie hatte ist ebenfalls unbekannt.
Von 1969 bis 1998 stand ein kleines, einmanualiges Positiv der Werkstatt Detlev Kleuker aus Bielefeld-Brackwede in der Dorfkirche. Es hatte 5 Register: Gedackt 8‘, Prinzipal 4‘, Rohrflöte 4‘, Gemshorn 2‘ und eine Mixtur. Ein selbständiges Pedalwerk mit Subbaß 16‘ und Baßflöte 8‘ war links und seitlich und hinter der Orgel angebaut. Aber schon nach 30 Jahren war es unspielbar geworden, weil es z.T. mit Kunststoffen gebaut war.
Da die Patronatsfrage hinsichtlich einer Orgel und damit die Finanzierung einer neuen Orgel nicht geklärt war, erwarb der Kirchbauverein eine Truhenorgel der slowakischen Werkstatt Anton Skrabl als Übergangs-instrument. Da die Denkmalsbehörde eine Aufstellung in der Brüstung untersagte, wurde das kleine Örgelchen auf ein Podest auf der Empore gestellt, damit es in der Kirche besser zu hören war. Es hatte 5 geteilte Register: Gedackt 8‘, Prinzipal 4‘, Flöte 4‘, Oktave 2‘ und Oktave 1‘. Das Pedal war angehängt, d.h. es hatte keine eigenen Register. Es konnte inzwischen in eine katholische Filialkirche nach Thüringen verkauft werden.
Im Jahre 2004 war die Patronatsfrage zugunsten einer Orgel gefallen und es wurden vier Angebote namhafter deutscher Orgelbauer eingeholt. Die Wahl fiel einstimmig auf den Entwurf der Werkstatt Thomas Jann aus Laberweinting bei Regensburg.
Nachdem 2007 die Finanzierung gesichert war, begannen die Arbeiten an der neuen Orgel, die am 2. Advent 2007 eingeweiht werden konnte.
Das Instrument hat 16 Register, von denen 11 als Wechselschleifen konstruiert sind und wahlweise entweder vom 1. Oder 2. Manual angespielt werden können. Das erlaubt den Organisten auch die Wiedergabe von Solostimmen.
Thomas Wagner

Jann-Orgel in der Dorfkirche

In der Dorfkirche Bausenhagen befindet sich eine Jann-Orgel aus dem Jahr 2007.

Disposition

Manual I

1 Prinzipal 8’
2 Bourdon 8’
3 Salicional 8’
4 Flöte 8’
5 Octav 4’
6 Flöte 4’
7 Nasat 2 2/3’
8 Superoctav 2’
9 Flöte 2’
10 Terz 1 3/5’
11 Quint 1 1/3’
12 Mixtur 3-4 fach 1 1/3’
13 Oboe 8’

Manual II

1 Bourdon 8’
2 Salicional 8’
3 Flöte 8’
4 Octav 4’
5 Flöte 4’
6 Nasat 2 2/3’
7 Superoctav 2’
8 Flöte 2’
9 Terz 1 3/5’
10 Quint 1 1/3’
11 Oboe 8’
12 Tremulant

Pedal

1 Subbass 16’
2 Octavbass 8’
3 Fagottbass 16’

 

 

 

Koppeln I/II, I/P, II/P
Mechanische Spiel- und Registertraktur